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Wir zeigen Krypto-Kunst sogenannte NFTs, von fünf Künstler*innen

Ali Eckert

Carla Chan

Ju Schnee

Lilly Grote

Tatumm

Eröffnung der Ausstellung: 22.07.2022, 18-20 Uhr

Ausstellungszeitraum: 22.07. – 27.08.2022

Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18 Uhr / Sa 11-16 Uhr

[email protected]hotel-mond.de

Die Kunst steht zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor einem tiefgreifenden Widerspruch: Sie ist freier und unabhängiger denn je. Das Wort „Entgrenzung“ ist überall zu hören und dennoch finden Künstler und Kunstwerke immer seltener Niederschlag im gesellschaftlichen Diskurs. Wie kann eine autonome Kunst ihre Stellung als wesentlicher Teil des Mensch-Seins bewahren in einer durch und durch ökonomisierten Welt? Sind NFTs nur noch Kapitalanlage? Gibt es eine Alternative zu ihrer Degradierung zum Warencharakter einerseits und ihrer Reduzierung auf eine rein elitäre Innenschau andererseits? Filmregisseur Christoph Schlingensief sagte: „Kunst wird erst dann interessant, wenn wir vor irgendetwas stehen, das wir nicht gleich restlos erklären können.“

Unsere NFT Ausstellung, soll zum Diskurs anregen, soll Augen öffnen für die Parallel zwischen nicht greifbarer Kunst auf einer Blockchain und haptischen Ausstellungsstücken. Eine „restlose Erklärung“ ist nicht vorgesehen, aber ein Bedürfnis nach Austausch. Ob ethnischer, kultureller, gender- oder generationsübergreifender Austausch bleibt dem Besucher überlassen und freuen uns dafür diverse Künstler/innen zu zeigen:

Der etablierte deutsch-amerikanische Künstler Ali Eckert stellet den amerikanischen Mythos in den Mittelpunkt seiner Arbeiten. In seiner NFT-Installation ‚Illusion‘ stellt er die Wahrhaftigkeit von Bewegtbildern in Frage und lässt die Grenze zwischen Videokunst und NFT verschwimmen. Seine Videokunst erinnert hier an Nam June Paik, da auch Eckert den Monitor als Skulptur begreift.

Die Grenze zwischen Videokunst und NFT verschwimmt und verdeutlich damit die immerwährende Entgrenzung der Kunst des 21. Jahrhunderts.

Daran schließt Instagram Koryphäe Ju Schnee an. Als interdisziplinäre Künstlerin arbeitet sie mit und auf verschiedenen Medien und verknüpft die analoge mit der virtuellen Welt. So entstehen Ölgemälde, die mit Augmented Reality verknüpft und Skulpturen, die durch Künstliche Intelligenz erzeugt wurden. Ihre abstrakten NFTs gibt es schon länger auf Foundation und Open Sea zu finden.

NFTs können vieles sein, animierte Bilder, mit Musik unterlegt oder kleine Sequenzen, die sich bewegen. Wer könnte das besser verwirklichen als eine Filmemacherin? Als Künstlerin und Filmemacherin öffnet Lilly Grote mit ihren LICHT-Boxen die Welt des Imaginären. Ihre Lichtinszenierungen rücken phantastische Landschaften, Städte, Räume, Dinge und fotografische Fragmente in unser Blickfeld. Lilly Grotes Aufbruch von der Box zum NFT bleibt jedoch nicht einzigartig.

Für einen solchen Aufbruch stehen auch die Arbeiten von Tatumm. Das Pseudonym Tatumm für ihre NFTs wählte sie aus antirassistischen Gründen. Als Künstlerin Sabina Sakoh bekannt, zeigt sie hier NFTs, die sich mit den aktuellen Themen des Krieges in Europa und der Klimakrise Auseinandersetzen. Sabina Sakoh versteht sich als politische Künstlerin, die ausgehend von ihren Originalen in Öl digitale Inhalte und Effekte in den NFTs generiert und zu einer neuen Form der Ausdrucksweise kombiniert um die Aussage zu verstärken.

Unendliche Möglichkeiten für ihren künstlerischen Ausdruck findet Carla Chan in den nie endenden Entwicklungen neuer Technologien in der Medienkunst. Chan spielt mit ihrem minimalistischen Stil und Form oft mit den verschwommenen Grenzen zwischen Realität und Illusion, Figur und Abstraktion. Ihre jüngsten Arbeiten konzentrieren sich auf die Ambiguität in der Natur. Ihre Arbeit verbindet natürliche Transformation und unvorhersehbare Computeralgorithmen und wird durch eine zusammenhängende Dynamik zwischen Form, Mitteln und Inhalt gefestigt.

Jeder der Künstler/innen repräsentiert nicht nur das eigene Verständnis von Kunst, sondern auch eine unterschiedliche Herangehensweise an die Herstellung von NFTs. Nur eins vereint sie: Die Entgrenzung und Blick auf ein neues Medium

(Text: Stefanie Kewitsch)

 

 

 

 

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