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Wir präsentieren unsere neue Ausstellung “The Language of Existence” mit Lulwah Al Homoud, Künstlerin aus Saudi-Arabien, kuratiert von Karin von Roques.

Eröffnung der Ausstellung: 09.09.2022, 18-20 Uhr

Die Künstlerin wird anwesend sein

Ausstellungszeitraum: 09.09. – 15.10.2022

Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18 Uhr / Sa 11-16 Uhr

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Lulwah Al Homoud gehört zu den herausragenden Künstlerinnen Saudi Arabiens, die es in kurzer Zeit mit ihrer künstlerischen Arbeit in internationale Ausstellungen und den internationalen Kunstmarkt geschafft hat und deren Werke bereits von Museen wie dem Greenbox Museum Amsterdam und bedeutenden Privatsammlungen wie der Barjeel Foundation Sharjah angekauft wurden. In ihrer Arbeit geht es im weiteren wie im engeren Sinne um Sprache, Schrift und Bild als ein Weg, das Wesen göttlicher und menschlicher Existenz zu begreifen. ‘As we engage in the dichotomies of existence, the rhetoric between substance, essence and fate compels us into asking what is abstract; what is solid; what is common and what is particular. This discourse moves back and forth between the humaniies and the sciences, constantly shedding and reconstruc;ng subtle layers. Arguably, what is most incongruous in this discourse is what is most convergent within it: communication. Using a pure language, my art locks together geometry, language and beauty, pushing the boundaries of what we know, how we know it and how it is perceived’. erklärt die Künstlerin in einem Gespräch. 

Schon früh interessierten sie die Besonderheiten arabischer Kalligraphie, studierte sie die Proportionssysteme und geometrischen Regeln, die den verschiedenen Schreibstilen zugrunde liegen und lernte neben ihrem Studium, zunächst der Soziologie an der King Saud Universität in Saudi Arabien (1985 – 1988)  und dann des Visual Communication Designs am American College in London (1994 – 1997) und am Central St. Martins College of Art and Design in London (1999-2000), bei dem pakistanischen Kalligraphen Rashed Butt.

Ihre abstrakten Kompositionen wie zum Beispiel über die 99 Namen Allahs oder  auch The InfiniteSquare sind keine Fantasieprodukte mit dem Computer. Ihre geometrischen Konstruktionen sind Ergebnisse ihrer mathematischen Forschungen. Zugrunde liegt ihnen das Vedische Quadrat. Auslöser für ihre künstlerische Idee beschreibt Lulwah Al Homoud wie folgt:  „Meine Arbeit ist von einem Zitat der Philosophen der Bruderschaft der Reinheit (IkhwanAl Safa) aus dem 11. Jahrhundert inspiriert: ‚Wisse, oh Bruder, dass das Studium der auf den Sinnen beruhenden Geometrie zu Fähigkeiten in allen praktischen Künsten führt, während das Studium der auf dem Intellekt beruhenden Geometrie zu Fähigkeiten in den geistigen Künsten führt, weil diese Wissenschaft eines der Tore ist, durch die wir Wissen über das Wesen der Seele erlangen, und das ist die Wurzel allen Wissens.‘ Dies regte mich zu Forschungen über Zahlen an und ich stieß auf das Vedische Quadrat, ein Vervielfachungsquadrat, das auf einem mathematischen Modell des Universums beruht. Muslime haben dieses uralte nordindische System in ihre eigene Synthese aus alten Systemen integriert. Es war eine ihrer Methoden, geometrische Muster zu schaffen. Das nächste Zitat stammt von Sayed Hussein Nasr und erklärt mein Interesse an der Geometrie: ‚Sucht die Seele eines Individuums nach Herkunft und Gründen für ihre Existenz, wird sie nach innen geleitet, weg von der dreidimensionalen Welt, zu weniger und verständlicheren Ideen und Prinzipien. Geometrische Muster sind jedoch die Brücke von der Peripherie zum Zentrum, vom Relativen zum Absoluten, vom Endlichen zum Unendlichen, von der Vielheit zur Einheit.” Lulwah wollte jedoch arabische Buchstaben nicht einfach in ein System übernehmen oder den Regeln der islamischen Geometrie folgen. Vielmehr suchte sie nach neuen Codes. Sie wollte neue Chiffren für die arabischen Buchstaben schaffen, in denen die geometrischen Muster und das Wort eine Einheit bilden. Vom vedischen Quadrat ausgehend änderte sie z.B. die numerische Reihe von 1 bis 9 des Quadrats in die Zahlenabfolge 1, 2, 4, 6, 8, 16, 32, 64, 128, 256 und kam so zu komplexen Sinnzusammenhängen, in denen u.a. Referenzen zu den menschlichen Zellen, die sich multiplizieren und teilen, eine Rolle spielen. Zahlen als eine Möglichkeit, die Strukturen des Universums mit all seinen Erscheinungen zu begreifen, waren schon in vielen Hindu Schriften wie im Srimad Bhagavatam von Bedeutung. Aus dieser Beschäftigung heraus enstanden Lulwah Al Homouds Werkzyklen wie The Languages of Existence, darunter The 99 Names of Allah oder The Infinte Square.

Einsichten, die sie bei der Beschäftigung mit altindischer Mathematik erhielt, ließen Lulwah ihren ganz eigenen künstlerischen Stil entwickeln. Ihre Werke, die zudem tief religiös geprägt sind, basieren auf ihren Erkenntnissen.

 

Copyright 2022: Karin Adrian von Roques, Art Historian for Islamic Art, specialised on modern and contemporary Arab and Iranian art. Curator

 

 

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